Verbrannte Erde

Verbrannte Erde ist eine Kriegstaktik. Die eine Partei macht dabei alles kaputt, was der Bevoelkerung der Gegenpartei so zum (Ueber)leben dient. Einfach, nicht?

Seit 15 Monaten produzieren die militanten Palaestinenser in Gaza nichts anderes als verbrannte Erde. Sie schicken Feuerballons und Feuerdrachen und setzen damit israelische Getreidefelder, Obstplantagen und Naturschutzgebiete in Brand. Nicht nur Pflanzen verbrennen, auch viele Tiere werden Opfer der Flammen, von der Luftverschmutzung ganz zu schweigen.

Dazwischen, so etwa vor einem Monat, gab es auch mal Raketen, viele sogar. Leider griff die Armee nicht so ein, wie wir aus dem Sueden uns das gewuenscht haetten… wir fuehlen uns betrogen. Wuerden naemlich Raketen auf Tel Aviv fallen, waere die Reaktion sofort da, und sehr heftig. Aber so lange nur der Sueden betroffen ist, der fuer viele Tel Avivis ohnehin Terra inicognita ist, ist ja alles ok.

Heute zum Beispiel entstanden ueber 10 neue Brandherde. Ist es Zufall, dass gerade heute eine Lieferung des Gases Helium „fuer medizinische Zwecke“ in Gaza eintraf? Ist es Zufall, dass gerade heute wieder sehr viele Feuerballons flogen? Zufall?

Ihr in Europa hoert davon nichts. Warum denn auch – die Opfer sind ja auf der falschen Seite (Todespofer gab es bisher zum Glueck praktisch keine, aber der finanzielle Schaden fuer Land und Leute ist nicht zu unterschaetzen, ganz abgesehen von den Traumata, die hier entstehen.

Wo sind die Umweltschuetzer? Wo die Menschenrechtler? Wo bleibt der Aufschrei der Welt im Angesicht solcher Verwuestung und willkuerlicher, boeswilliger Zerstoerung? Falls Du dir nicht vorstellen kannst, wie solche Braende aussehen, hier ein paar Bilder aus den letzten Monaten.

Welcher Staat wuerde sich sowas so lange einfach gefallen lassen?

 

 

Werbeanzeigen

Hamstertage, Saebelrasseln und Neuwahlen

In der letzten Zeit hatte ich oefter mal Hamstertage. Du weisst nicht, was das ist? Ich erklaer’s dir: Ein Hamstertag ist ein Tag, an dem du unheimlich viel machst und dauernd am Roedeln bist, aber nichts von dem, was du erledigst, sind die Aufgaben, die du dir eigentlich fuer diesen Tag vorgenommen hast. Wie ein Hamster im Rad also, staendig auf Trab, kommt aber nicht vom Fleck. Solche Tage gab es zuviele, aber langsam wird es (hoffentlich) besser.

Die Hamas hat ja vor etwa einem Monat viele, viele Raketen auf Israel abgefeuert. Ueber 600 Stueck in zwei Tagen. Hier bei uns gab es zwar nicht so viele Alarme, aber wenn, dann richtig: Einmal zaehlten wir 8 Sirenen in Folge, untermalt von unzaehligen Bumms… das ist dann wirklich nicht mehr gemuetlich.

Wir haben erst gerade gewaehlt, und schon im September sind Neuwahlen… das bedeutet nochmals Wahlkampf (was hat sich denn bisher geaendert?) und nochmals einen freien Tag (der Wahltag ist so eine Art nationaler Feiertag, an dem alle shoppen gehen). Und was wird herauskommen? Plus ça change, plus c’est la même chose…

Alle Jahre wieder

An Erev Pessach, dem Vorabend des Feiertags, essen wir traditionell eine Gemüsesuppe zum Mittagessen. Früher mit Hähnchenschenkeln und Eiern, jetzt – dank zweier Vegetarierkinder – nur noch mit Eiern. Diese koche ich separat, schäle sie und gebe sie in die Suppe.

Für Gemüsesuppe muss man Gemüse schnippeln. Mit dem Messer. Nun ist es aber so, dass ein Messer, welches man nur einmal im Jahr eine Woche lang benutzt, scharf ist. Sehr scharf sogar. Das vergesse ich jedoch immer, sodass ich mir mit schöner Regelmässigkeit (man könnte es sogar schon Tradition nennen) an Erev Pessach in den Finger schneide… same procedure as last year.

20190423_105344

 

Pessachpizza

An Pessach sind wir essenstechnisch eingeschränkt. Mehl und Mehlspeisen fallen weitestgehend aus dem Menüplan; was bleibt, sind Matzen, Gemüse und Hülsenfrüchte (ausser Kichererbsen), Fisch und Fleisch.

Heute Abend probierte ich ein schnelles Essen aus, das mehrheitlich Gefallen vor den gestrengen Gaumen der Familie fand: Matzenpizza.

Zutaten:

Matzen ( mindestens eine pro Person)

Tomatenpüree oder Tomatensauce

Käse

nach Belieben Oliven, Mais, Thon…

 

Zubereitung:

Backofen auf 180° vorheizen

Matzen auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech geben. Die Matzen nach Belieben vorher kurz anfeuchten.

Tomatenpüree oder -sauce auf die Matzen verteilen, Käse und weitere Zutaten nach Belieben auch.

7 Minuten backen

20190422_212458.jpg

E Guete!

 

Unter den ersten 5

Der beste Ehemann von allen war vor einigen Wochen unschuldig in einen Auffahrunfall verwickelt. Wie oder was genau passiert ist, weiss keiner; die Unfallverursacherin erinnert sich nicht an den Hergang… vielleicht hatte sie einen epileptischen Anfall? Oder eine Absenz? Wie sonst lässt sich erklären, dass sie mit überhöhter Geschwindigkeit ungebremst in eine stehende Kolonne fuhr und 6 Autos ineinander schob?

Jedenfalls ist unser „altes“ Auto, ein Toyota Auris Hybrid Kombi, futsch. Dem besten Ehemann von allen ist G-tt sei Dank nichts passiert – ausser, dass der ganze Tag verbraten war, denn bis Ambulanz, Polizei und der Unfallfachmann fertig und das Abschleppfahrzeug da war, vergingen mehrere Stunden.

Es brauchte also ein neues Auto. Geworden ist es ein Toyota Corolla Hybrid Kombi, ein Auto, das sie hier in Israel noch nicht mal im Showroom als Ausstellungsmodell hatten. So neu ist es.

Pünktlich vor Pessach kam der Wagen an und ersparte uns damit die Putzerei des Innenraums. Hier ist er:

20190420_183605

Wir sind jetzt also stolze Besitzer eines der ersten 5 Autos dieses Modells, die in Israel ausgeliefert wurden. Cool!

Im Showroom ist der Wagen übrigens immer noch nicht zu sehen – das dauert noch mindestens einen Monat 🙂

Ein kurzes Lebenszeichen

Hallo!

Halllooooo!

 

Ich lebe noch. Bin momentan (zu) beschäftigt, um zu bloggen, aber das geht vorbei. Zuerst einmal freue ich mich auf 10 freie Tage, die ich hoffentlich so richtig werde geniessen können. Danach, so habe ich mir vorgenommen, werde ich wieder mindestens einmal die Woche bloggen. So.

In der Zwischenzeit Chag Pessach sameach und frohe Ostern allerseits!

Wir warten…

Vorgestern in aller Frühe schlug eine Rakete aus Gaza recht weit nördlich von Tel Aviv in ein Haus ein. Ein Mensch wurde mittelschwer verletzt, vier oder fünf weitere leicht. Mehrere Personen erlitten einen Schock.

Dies ist das zweite Mal innerhalb von knapp zwei Wochen, dass Raketen aus Gaza solche Distanzen zurücklegen. Am 14. März wurden zwei Raketen auf Tel Aviv abgefeuert. Eine wurde vom Abwehrsystem abgefangen, die andere fiel auf unbewohntes Gebiet.

Seit dem Nachmittag waren wir im Wartemodus. Vom Home Front Command kam die Weisung, sich in der Nähe der Schutzräume aufzuhalten, die Kinderkurse der Stadt wurden annulliert. Züge zwischen Ashkelon und Beer Sheva fahren nicht mehr, Strassen sind gesperrt.

Das Warten ist fast das Schlimmste…

Die Kinder schlafen im Schutzraum.

Die Nacht blieb bei uns ruhig, aber südlicher sah es anders aus. Die Armee reagierte und zerstörte mehrere Gebäude der Hamas, ohne Todesopfer oder Verletzte.

Gestern war dann doch schulfrei, sehr zur Freude meines Sohnes, der die Schule ohnehin als Gefängnis empfindet und am liebsten gar nie hinginge. Ich ging normal zur Arbeit. Die Hamas rief einen einseitigen Waffenstillstand aus, der von Israel nicht bestätigt wurde.

Allerdings wurde dieser Waffenstillstand wie zu erwarten nicht eingehalten. Schon am Nachmittag flogen wieder Raketen… und auch nachts… bis Ashkelon.

Die Kinder schlafen weiterhin im Schutzraum, heute ist jedoch die Schule wieder offen. „Rückkehr zur Normalität“ nennt sich das. Welche Normalität, bitte? Es kann nicht normal sein, dass Raketen fallen, man aber sein Leben ganz normal fortsetzen sollte. Wo bleibt die starke Reaktion der Armee? Muss erst Tel Aviv beschossen werden, so richtig, mir Schäden und Verletzten, damit was getan wird? Sind die Bürger der Ortschaften rings um den Gazastreifen Menschen 2. Klasse?