Ich werde alt

… das werden wir ja alle, nicht wahr?

Jedenfalls werde ich vergesslich. Vielleicht habe ich aber einfach auch zu viele Dinge, die ich im Kopf behalten muss, und da gehen die einfachen Sachen dann verloren. Oder der Mensch ist halt ein Gewohnheitstier.

Wahrscheinlich letzteres.

Mir ist nämlich folgendes passiert: Letzten Sonntag brachte ich unseren Sohn zur Schule, fuhr dann direkt zur Apotheke, um etwas abzuholen und dann aus Zeitmangel direkt zum Sport. Es ist dazu zu sagen, dass ich zum Studio normalerweise zu Fuss hingehe, da es gar nicht weit von unserem Haus entfernt ist.

So weit, so gut. Training absolviert, mich verabschiedet – ab nach Hause. Vor dem Gartentor merke ich, dass mein Auto nicht auf seinem gewohnten Parkplatz steht…

Mist! Ich habe das Auto beim Sport vergessen!

 

Was haben wir gelacht 🙂

 

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Ich bin noch da

Nur kurz zur Beruhigung: Ich bin also noch da. Selten online, denn tagsüber komme ich gar nicht mehr dazu, und noch seltener abends, denn da wartet der ganze liegengebliebene Haushalt und die Kinder und der Mann und die Katze… aber es ist soweit alles ok. Ich lebe mich langsam ein im neuen Job, habe aber immer noch Muffensausen, wenn ich daran denke, dass wir schon bald im Ernst mit dem Echtsystem arbeiten werden und nicht nur so im Testsystem rumprobieren. Wenn dann noch Kundschaft mir wenig Zeit im Büro sitzt und ungeduldig mit den Hufen schafft… doch wie sagt der Schweizer so schön? Eins nach dem andern, wie in Paris.

Wir haben zwei Winterstürme in Folge hinter uns, bei denen so etwa alles wegflog, was nicht festgebunden, in der Erde tief verwurzelt oder sonst irgendwie niet- und nagelfest war. Es hat auch stark geregnet, dazu die Kälte – manchmal frage ich mich schon, wie einem in so einem südlichen Land so kalt sein kann. Wahrscheinlich kriecht die klamme Kälte direkt in die Knochen und klammert sich dort fest. Beim Laufen brauche ich jedenfalls jeweils so um die drei Kilometer, bis auch die Zehen richtig warm sind und nicht mehr wie Eiswürfel im Schuh liegen und stören. Und das will was heissen, schwitze ich doch normalerweise eher schnell. Ich habe sogar schon einmal Eis von der Autoscheibe gekratzt! Ach ja, Stromausfälle hatten wir auch, mehrere, in der letzten Zeit fast täglich, aber zum Glück nie für lange. Das längste bisher war etwa zwei Stunden. Abends, nach dem Duschen (das war gut, denn kein Strom bedeutet kein heisses Wasser zum Duschen. Heisse Suppe essen könnten wir trotzdem, weil unser Herd mit Gas funktioniert).

Ich werde versuchen, wieder regelmässiger zu schreiben, denn es fehlt mir schon. Wahrscheinlich wird es nur noch etwa einmal die Woche klappen – ich habe es mir fest vorgenommen (nein, nicht an Neujahr).

Bis bald also!

 

Alles neu

… macht der Mai, eigentlich, aber bei mir der Januar auch.

Ich habe nämlich eine neue Stelle angetreten, immer noch beim selben Arbeitgeber, aber in einer anderen Abteilung. Damit haben sich meine Arbeitszeiten geändert, was in der Familie Schwierigkeiten macht – hoffentlich nur, bis sich alle daran gewöhnt haben und mit der neuen Situation klar kommen. Momentan ist es also daheim eher schwierig.

Es trägt nicht gerade zu meinem Wohlbefinden bei, dass ich an der neuen Stelle ganz viel Neues, Unbekanntes lernen muss (und natürlich nach drei Tagen im neuen Job das Gefühl habe, ich müsste das eigentlich alles schon aus dem ff wissen und können und überhaupt… Perfektionismus ist keine wirklich gute Eigenschaft, jedenfalls nicht gerade jetzt).

Ausserdem wird gerade das Computersystem umgestellt. Auch da ist alles neu, aber wenigstens nicht nur für mich: Auch meine Teamkolleginnen schwimmen in der Materie, nicht wie Fische, sondern eher wie Ertrinkende. Wenn ich daran denke, dass wir in weniger als einem Monat nur noch mit diesem System arbeiten sollen, und dann noch mit Kundschaft im Nacken, wird mir ganz anders. Denn im Testsystem funktioniert noch längst nicht alles so, wie es sollte (oder vielleicht können wir es auch einfach (noch?) nicht… ) – wir hoffen auf die angekündigten Support-Termine, die hoffentlich mehr Klarheit bringen.

Momentan ist es also hier im Blog ruhig, sehr ruhig sogar. Ich komme einfach nicht zum Schreiben. Mal davon abgesehen, dass mein Kopf von den Arbeitsthemen so ausgelastet ist, dass ich nix anderes rauskriege…

Hoffentlich wird es bald wieder besser!

Anwesenheitsnotiz für die Katz‘

Unsere Katze (die einzige, die auch ins Haus darf) ist gross, grau, langhaarig und heisst Wolf. Sie (oder er, eigentlich ist er ja ein Kater) geht gerne auch ins Freie, aber nur, wenn es nicht regnet oder kalt ist. Soweit also kein Problem – doch wenn wir auch weggehen, stellen wir die Alarmanlage an.

Wenn Wolf draussen ist, bleibt alles ok. Wenn er aber unentdeckt drinnen ist, löst er ebendiese Alarmanlage aus, wenn er von einem Zimmer ins andere geht. Leider findet man ihn nicht immer, bevor man weggeht, oder man vergisst, dass er drinnen ist. Es ist ziemlich unangenehm, wenn daheim die Alarmanlage heult, während man gerade irgendwo im Norden unterwegs ist.

Mein Sohn hat jetzt eine geniale Lösung gefunden: Er hat eine Notiz gestaltet, die nun laminiert mit Magneten innen an der Eingangstür hängt. So ist immer ersichtlich, wo sich Wolf gerade befindet.

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Übrigens darf Wolf bei Schmuddelwetter auch drinnen sein, wenn wir weg sind. Er ist dann im Badezimmer, wo er sowohl Essen als auch sein Klo hat – und dazu ein nettes Himmelbett, das ihm mein Sohn aus einem alten Karton gebastelt hat.

 

Es weihnachtet sehr

Hier in Israel ist Weihnachten ja bei weitem nicht so präsent wie in Europa. Da, wo ich wohne, kriegt man davon rein gar nichts mit. Feiern tun höchstens die Russen – an Silvester.

Wenn man Weihnachten feiern will, muss man also schon etwas suchen – es sei denn, man habe einen ausländischen Arbeitgeber.

Für alle Mitarbeiter gab es letzte Woche einen festlichen Umtrunk mit süssen und salzigen Häppchen, Wein, Kaffee und Kuchen.

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Eine liebe Volontärin organisierte ein internes Wichteln: Jeder bekam (per Mail! Die Wichtel gehen offenbar mit der Zeit und werden modern!) einen Namen zugeteilt und musste für diese Person ein kleines Geschenk mitbringen. Der Preis durfte 20 Shekel nicht übersteigen, selbstgemacht durfte sein, musste aber nicht. Natürlich lief alles streng geheim ab, denn der Beschenkte sollte vorläufig nicht wissen, wer der Schenker ist. Alle Geschenke wurden auf einem Gabentisch arrangiert:

Dann wurde verteilt, ausgepackt, und dann ging die Raterei los – unter viel Gelächter, denn die allermeisten tippten hoffnungslos auf die Falschen. Die Geschenke waren allesamt sehr liebevoll ausgesucht und eingepackt, alle genossen es, die Stimmung war toll.

So sah das Geschenk aus, das ich bekommen habe:

Wichtelgeschenk eingepackt

Und das war darin, gefüllt mit Schokolade und selbsgebackenen Keksen – genau richtig für mich Naschkatze!

Wichtelgeschenk ausgepackt1

Was ich selber verschenkt habe, habe ich leider zu fotografieren vergessen, aber soviel sei verraten: Die Beschenkte hat sich sehr darüber gefreut.

Das könnte man durchaus gerne nächstes Jahr wiederholen!

 

Was Europa nicht hört

Im heutigen Zeitalter fliessen Informationen ungehindert, in Sekundenschnelle, weltweit. Richtig? Richtig.

Würde man denken.

Was man dabei leider nicht denkt, ist, dass diese Informationen gefiltert werden. Stark gefiltert. Und manchmal sogar komplett zurückgehalten.

Man hört lange nicht alles. Zum Teil werden wichtige Dinge verschwiegen.

Europa hört nichts. Jedenfalls nichts, was Israel betrifft – es sei denn, die israelische Armee macht vom Recht auf Selbstverteidigung Gebrauch. Dann hört Europa, sehr gut sogar.

Doch meistens hört Europa nicht.

So hörte Europa zum Beispiel nichts von den letzten Anschlägen. Zum Beispiel letzte Woche: Bei einem Drive-by Shooting wurden mehrere Menschen verletzt, darunter auch ein junges Ehepaar. Die Frau war in der 30. Woche schwanger. Sie wurde mit schweren Verletzungen im Bauchbereich ins Krankenhaus gebracht, wo man das Baby per Notkaiserschnitt entband.

Drei Tage lang hoffte und bangte ganz Israel um Mutter und Kind. In jeden Nachrichten wurden Updates zum Gesundheitszustand der beiden veröffentlicht. Es gab ein grosses Aufatmen, als es der Mutter besser ging, sie die Augen öffnete, mit der Familie sprach. Und alle hielten den Atem an, als es dem Baby immer schlechter ging. Alle beteten, hofften, … vergeblich. Der kleine Amiad Yisrael starb – und ganz Israel trauerte.

Es gab weitere Anschläge nach ähnlichem Muster – Europa hörte nichts.

Dann kam der Anschlag in Strassburg. Schlimm, ja, aber nicht überraschend. Schlimm, dass Menschen sterben mussten. Schlimm, dass die Sicherheitsvorkehrungen in Europa vorn und hinten nicht ausreichen. Schlimm, dass der Terrorismus um sich greift.

Und ganz schlimm, dass der Täter schon jahrelang polizeilich bekannt war und NICHTS UNTERNOMMEN wurde!!!

 

Europa hat den Schuss nicht gehört.

Abschied nach 30 Jahren

Ich habe eine Freundin, die mich kennt, seit ich 16 bin. Wir haben zusammen getanzt, sind miteinander nach London ins Tanzlager und zu Musicals gefahren, haben Freud und Leid geteilt. Sie war dabei, als ich meinen Mann kennenlernte. Sie kennt meine Kinder, seit sie kleine Babies waren. Unser Kontakt war nicht immer intensiv, aber immer sehr beständig.

Vor gut einem Jahr teilte sie mir mit, bei ihr sei Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert worden. Ich fürchtete das Schlimmste – die Prognosen bei dieser Krebsart sind sehr schlecht -, konnte mich jedoch letzten Sommer nochmals mit ihr zum Mittagessen treffen. Sie sah gut aus, war sehr zuversichtlich…

Ich hielt den Kontakt mir ihr via Whatsapp und Telefon – und gestern erreichte mich die Nachricht, dass sie am Sonntagabend im Krankenhaus verstorben sei.

Sie liebte Seepferdchen.

Seepferdchenbrosche

Diese Seepferdchen-Brosche trage ich heute. Mein Papa hat sie selber gemacht, damals, für Mama. Eine doppelte Erinnerung also…

C., du wirst mir sehr fehlen. Du fehlst mir jetzt schon…