Abschied von Schwiegermama

Vor knapp zwei Wochen ist meine Schwiegermama gestorben. Für sie war es eine Erlösung, denn in den letzten Jahren ging es stetig bergab mit ihr. Die einst so vitale und aktive Frau wurde so dement, dass sie ihre eigenen Kinder nicht mehr erkannte. Ausserdem hörte und sah sie fast nichts mehr und war am Schluss auch bettlägerig.

Trotzdem ist es traurig, Abschied zu nehmen. Der beste Ehemann von allen sass eine Woche Shiva, mit seinen Geschwistern in seinem Elternhaus, Schwiegermamas Geschwister sassen woanders. Ich rotierte zwischen Kindern, Haushalt, Shiva und Arbeit und wusste kaum, wo mir der Kopf stand. Jetzt wird es langsam wieder ruhiger.

Meine Schwiegermama war eine starke Frau. Ich durfte sie Ima nennen, Mama. Sie war sehr fröhlich und lachte gern, obwohl sie kein einfaches Leben hatte. Wie alt sie genau war, wissen wir nicht – in ihrem Geburtsland wurde damals kein Register geführt. Es müssen wohl um die 90 Jahre sein, eher noch einige mehr.

Schwiegermama wurde in einem kleinen Dorf in Marokko geboren. Ihr Vater liess sich scheiden, als sie noch klein war, und schob sie und ihre Schwester zu Verwandten ab. Als er seine zweite Frau heiratete, holte er sie zurück, und sie musste im Haushalt sehr viel arbeiten. Viele Halbgeschwister kamen dazu, die Jüngsten sind heute im Alter meines Mannes. Schwiegermama wurde jung verheiratet (sie sagte, mit 9 Jahren… wahrscheinlicher ist 11 oder 12, aber immer noch deutlich zu früh für heutige Standards) und bekam bald darauf das erste Kind.

Schwiegermama mit ungefähr 20 Jahren – das einzige vorhandene Bild aus ihrer „Jugend“

Zusammen mit Schwiegerpapa und drei Kleinkindern wanderte Schwiegermama im Jahre 1952 nach Israel aus – aus zionistischen Gründen. Die Reise ging über Marseille, wo sie einige Monate lebten und Schwiegerpapa sein Geld als Schuhmacher verdiente, bevor sie das Schiff nach Haifa nahmen. Schwiegermama konnte weder lesen noch schreiben, geschweige denn Hebräisch sprechen. Ihr Mann konnte aus der Synagoge etwas Hebräisch.

Zuerst wurden sie für einige Wochen im Auffanglager Neta’im einquartiert, und da geschah eine Tragödie. Dina, ihre Tochter, die zu diesem Zeitpunkt wohl zwischen 2 und 3 Jahre alt gewesen sein muss, wurde schwer krank. Man brachte sie ins Krankenhaus und schickte die Eltern weg – das war kurz vor Shabbat. Als Schwiegermama am Sonntag (am Shabbat konnte man nicht hingehen) wieder zum Krankenhaus kam, um ihre Tochter zu besuchen, wurde ihr gesagt, das Kind sei gestorben. Sie durfte weder die Leiche nochmals sehen, noch gibt es ein Grab. Ihr Leben lang war Schwiegermama überzeugt, Dina lebe noch und sei ihr einfach weggenommen worden, ähnlich dem, was vielen jemenitischen Juden geschah (und für die Schweizer*innen: sagt euch „Kinder der Landstrasse“ was?) Diese Überzeugung erhielt u. a. auch dadurch Nahrung, dass Dina einen Einberufungsbefehl an die Adresse ihrer Eltern bekam – obwohl sie ja gestorben sein soll.

Wie lebt man nach so etwas weiter? Tatsache ist, dass Schwiegermama insgesamt 8 lebende Kinder hatte. Ohne Dina blieben sieben Kinder übrig.

Nach einiger Zeit in Neta’im bekamen meine Schwiegereltern vom Staat ein Häuschen in einem kleinen Ort in Südisrael zugeteilt, wo sie bis zu ihrem Tod wohnen blieben. Mein Schwiegerpapa gründete eine Synagoge gegenüger von ihrem Häuschen und fühlte sich dort wohl, doch Schwiegermama hätte viel lieber in Tel Aviv gewohnt…

Die Einwanderer aus Marokko und den anderen nordafrikanischen Ländern wurden von den früher eingewanderten Ashkenazim als Juden zweiter Klasse betrachtet, nur wenig über den Arabern. So musste sich Schwiegerpapa amAnfang mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten, bis er eine feste Anstellung als Gärtner einer grossen, regionalen Schule im Nachbardorf bekam. Auch Schwiegermama arbeitete neben Kindern und Haushalt noch.

Die Kinder wurden grösser, heirateten und bekamen selbst Kinder. Das gab Schwiegermama etwas mehr Zeit für sich. Zu dem Zeitpunkt, als ich in die Familie kam, war sie sehr aktiv. Sie kochte gut und gerne (und viel!), machte verschiedenste Gegenstände in Handarbeit (Kissen, Shabbat-Überzüge für die Weinflaschen, Schmuck etc.) und war in einem Club für Senioren. Wann immer dieser Club einen Ausflug oder gar einen Hotelaufenthalt organisierte, Schwiegermama war dabei.

Allerdings hatte sie da bereits noch zwei weitere Kinder verloren: mein einer Schwager starb bei einem Arbeitsunfall, der andere an Leukämie. Und meine Schwägerin starb vor 8 Jahren an Brustkrebs, nachdem wir sie im Endstadium 4 Monate lang bei uns daheim gepflegt hatten.

Meine Schwiegermama machte weiter. Sie lebte weiter, mit all der Trauer und den schweren Erlebnissen. Dann starb auch ihr Mann, und ab da begann sich ihr Zustand schleichend zu verschlechtern…

Ich behalte sie so in Erinnerung, wie sie war: schön (auch im Alter noch!), lebensfroh trotz allem, liebevoll und stark.

Ruhe in Frieden, Ima, du hast es verdient.

Essen transportieren mit Stil

Viele von uns bringen auf Arbeit ihr Essen von daheim mit, so auch ich. Bisher benutzte ich dafür Papiertüten von verschiedenen Geschäften, doch je nach Grösse des Essensbehälters musste ich dann riesige, aber halb leere Tüten schleppen. Unbefriedigend, sehr unbefriedigend.

Letzthin kam jedoch eine Arbeitskollegin mit einer coolen Essenstasche ins Büro. Auf die Frage, woher sie die habe, antwortete sie mit dem Namen eines international bekannten Möbelhauses mit gelb-blauem Logo. Da ich mit dem besten Ehemann von allen ohnehin einen Trip dort hin geplant hatte, guckte ich also schon mal im Internet, ob die Tasche in „unserer“ Filiale vorrätig sei. Enttäuschung: Ausverkauft! Nur in einer für mich unerreichbaren Zweigstelle seien noch einige davon da…

Weil ich jedoch die Tasche der Arbeitskollegin gesehen hatte, kam mir eine Idee: In unserem Fundus gibt es eine Tasche, die wir mal von der lokalen Bibliothek bekommen hatten. Nicht zu gross, nicht zu klein – ja, das sollte machbar sein.

In zwei Abenden änderte ich die Tasche gemäss der Vorlage in meinem Kopf ab. Et voilà: Ich habe eine praktische und dazu noch ganz individuelle Essenstasche! Mit Verschluss und wohl sogar einigermassen wasserdicht. Heute weihe ich sie ein.

Schnell und lecker

Ich bin immer auf der Suche nach schnellen und leckeren Rezepten, bei denen möglichst alle Zutaten immer vorhanden sind. Hier ist eins.

Zutaten:

400 g* Nudeln

4 Knoblauchzehen, in dünne Scheiben geschnitten

1 Zwiebel, in Streifen geschnitten

3-4 Tomaten, gewürfelt (oder gehackte Tomaten aus der Dose)

1/2 Teelöffel scharfes Paprika

2 Teelöffel getrockneten Oregano

2 Teelöffel getrockneten Basilikum

etwas Olivenöl

Pfeffer nach Belieben

Reibkäse nach Belieben

Zubereitung:

In einem Topf die Zwiebel und den Knoblauch glasig dünsten, die Tomaten beifügen und weiter dünsten, bis alles recht weich ist. Die Nudeln zugeben, mit ca. 1 Liter Bouillon (Brühe) ablöschen, Gewürze und Kräuter beigeben. Unter gelegentlichem Umrühren köcheln lassen, bis die meiste Flüssigkeit aufgesaugt ist und die Nudeln gar sind.

Mit Reibkäse (und Salat) servieren. E Guete!

*Das Originalrezept gab die Menge in Ounces an. Ich benutze die 400g-Packungen, die es hier gibt. Bei abweichender Nudelmenge einfach die Mengr der anderen Zutaten anpassen.

Ein besonderes Silvesterfeuerwerk

2021 ist zu Ende, 2022 hat begonnen. Euch allen ein glückliches neues Jahr!

Wir haben nicht gefeiert. Das tun wir auch in anderen Jahren nicht, und dieses Jahr fiel Silvester ohnehin auf den Shabbat.

Allgemein spürt man Silvester hier in Israel viel weniger als anderswo. Sowohl der 31. Dezember als auch der 1. Januar sind normale Arbeitstage (sofern sie nicht auf den Shabbat fallen). Feiern tun – ausser den Hipstern in Tel Aviv – eigentlich nur Personen, die aus der ehemaligen Sowjetunion kommen. Da wird Novi God gefeiert und dabei (leider) oft mehr als genug gebechert.

Feuerwerk jedenfalls sieht man hier, wenn überhaupt, nur sehr wenig. Privatpersonen dürfen ohnehin ganzjährig kein Feuerwerk abbrennen – das bleibt den Profis vorbehalten.

Dieses Jahr hat uns die Hamas jedoch ein Feuerwerk der besonderen Art beschert: Es wurden zwei Raketen aus Gaza abgefeuert. Beide fielen ins Meer, eine bei Tel Aviv, die andere bei Palmachim, etwas südlich davon.

Alarm wurde keiner ausgelöst, da die Einschläge auf unbewohntem Gebiet waren, doch die Detonationen wurden in mehreren benachbarten Orten gehört. Die Hamas beeilte sich, mitzuteilen, es handle sich lediglich um eine Panne, da stecke keine Absicht dahinter. Das Wetter sei schuld.

Das hatten wir doch schon mal! Damals sollte ein Blitz die Raketen ausgelöst haben… ich glaube davon kein Wort, weder damals noch heute.

Und die zwei Abschüsse haben ganz offensichtlich ihren Zweck erfüllt: Dank unseren tollen Journalisten, die umgehend die genauen Orte der Einschläge publizierten, weiss die Hamas jetzt, wie sie nächstes Mal zielen müssen, damit auch was getroffen wird. Einfach ein bisschen weiter rechts halten, fertig.

Mein Garten ist mein Zeltplatz

Mein Sohn hat das Zelten entdeckt. Das kam so: Vor etwa zwei Wochen war mit seiner Klasse ein zweitägiger Ausflug geplant. Mein Sohn wusste, dass wir Zelte besitzen, und so meldete er sich, eines davon zum Ausflug mitzubringen. Er und zwei seiner Freunde würden darin schlafen.

Die Schule verlangte daraufhin, dass die Zelte im Vorfeld des Ausflugs in die Schule gebracht werden sollten, um sie vor Ort auf ihre Tauglichkeit zu überprüfen. Mein Sohn wollte sich darauf vorbereiten, und so stellten wir eines schönen Nachmittags bei uns im Garten unsere Zelte auf (wir haben zwei).

Sohn war Feuer und Flamme – und sagte begeistert: Heute Nacht schlafe ich im Zelt!

Ja, wenn er meint… mir wäre es deutlich zu kalt und zu ungemütlich, aber wenn er das will… darf er!

Freudig stellte er daraufhin das kleinere der beiden Zelte auf dem Rasen auf und schleppte Kissen und Decken vom Haus in die neue Nachtunterkunft. Den Reissverschluss am Zelteingang liess er ein kleines Stückchen offen, damit die Katzen nach Belieben aus- und eingehen können.

Der Vorteil: Am Morgen steht er, der sonst nur mit Mühe und Not aus dem Bett zu kriegen ist, problemlos auf. Er duscht, zieht sich an und baut das Zelt ab, bevor er frühstückt und dann zur Schule geht. Das ist uns viel wert.

Laut eigenen Aussagen schläft er auch super, doch im echten Leben sieht es so aus, dass er am Folge- oder spätestens am übernächsten Tag um 18 Uhr erschöpft auf dem Sofa oder in seinem Bett einschläft – nur, um am nächsten Abend das Zelt wieder im Garten aufzuschlagen.

… zagt im Regen nie.*

In Israel tobt seit gestern ein Wintersturm. Er heisst Carmel und bringt neben starken Winden auch den lang ersehnten Regen, den wir dringend brauchen.

Winterstürme beeinflussen das Leben in Israel stark. Schon Tage vorher wurde gewarnt: Es werde Überschwemmungen geben, man solle sich nicht in Wadis begeben (berechtigt, denn dort kommt das Wasser unheimlich schnell und in grossen Mengen), man solle sich nicht in Tiefgaragen aufhalten (letztes Jahr ertranken zwei Menschen in einem steckengebliebenen Lift) etc. Meist ist das Wetter, das dann tatsächlich kommt, weniger schlimm als die Szenarien davor.

Die Vorteile des Sturms: Die Strassen und damit auch die Züge sind leerer, weil viele es vorziehen, daheim zu bleiben. Ich finde momentan problemlos einen Parkplatz nahe beim Bahnhof 🙂

Gestern Abend habe ich auch noch den Wocheneinkauf erledigt: ich hatte echt Mühe, mich für einen Parkplatz zu entscheiden – so viel Auswahl habe ich sonst nie. Überall standen verwaiste Einkaufswagen herum, als hätten die Benutzer in fliegender Hast ihre Einkäufe ins Auto geschmissen und seien vor dem Unwetter geflüchtet.

Dunkel war’s, stockdunkel sogar, denn kurz zuvor war grossräumig der Strom ausgefallen. Der Supermarkt verfügt über einen Generator, drinnen war es hell – und leer. Kein Anstehen an der Kasse, herrlich!

Heute ist das Wetter gleich wie gestern, stürmisch und verregnet. Prompt kam um 6:45 Uhr die erste Whatsapp einer Mutter in der Elterngruppe meines Sohnes: „Es regnet. Mein Kind behauptet, alle würden deshalb zu Hause bleiben und will nicht zur Schule gehen. Stimmt das?“

What??? Schlechtes Wetter als Grund zum Schwänzen? Sicher nicht! Ich wundere mich immer wieder darüber, dass sich hierzulande offenbar Menschen im Regen auflösen… alle Jahre wieder.

* dieser Satz aus meiner Kindheit, wenn vollständig, lässt sich sowohl vorwärts als auch rückwärts lesen. Aus Gründen der political correctness ist er hier nur teilweise wiedergegeben.

Ein Schirm mit Verbindungen

Letzte Woche war es hier bei uns winterlich, sprich: regnerisch. Man tat gut daran, wasserdicht angezogen und mit einem Schirm nach draussen zu gehen.

Allerdings vergass ich an einem der Tage meinen Schirm – ich bemerkte es erst im Auto, als es schon zu spät zum Umkehren war. Zum Glück weiss ich, dass es am einen Bahnhof immer Stände hat, die Geldbeutel, Taschen und Schirme verkaufen.

Also fuhr ich bis dort (eine Haltestelle weiter als normal, aber immer noch in fussläufiger Entfernung zur Arbeit) und wurde tatsächlich fündig. Ich erstand mir einen Knirps für 20 Shekel. Zum Verkäufer, einem älteren Herrn, sagte ich auf Hebräisch: Ich nehme den violetten.

Er darauf: Oh, das war die Lieblingsfarbe meiner Mama, aber sie nannte es LILA.

Ich stutzte einen Moment. Lila – das ist ein deutsches Wort! Meine Frage, ob er denn Deutsch spreche, bejahte er. Daraufhin kam heraus, dass seine Eltern ursprünglich aus Österreich kamen und mit ihm Deutsch gesprochen haben. Er sagte, sie hätten es dort, also in Österreich, sehr schwer gehabt, deshalb seinen sie geflohen. Es war nicht ganz klar, zu welchem Zeitpunkt das war, aber offensichtlich war die Lage für Juden schon sehr brenzlig.

Ja, er habe einen österreichischen Pass, und auch für seine Kinder habe er einen solchen organisiert. er sei auch schon mehrmals in Europa gewesen, er spreche gut Deutsch, könne aber nicht richtig lesen und schreiben.

Er freute sich sehr, Deutsch zu sprechen, und ich fand diese Begegnung auch nett.

So trifft man immer wieder Menschen mit interessanten Geschichten – und sogar mit Bezug zur deutschen Sprache. In diesem Sinn besitze ich jetzt einen Schirm mit Verbindungen zu Europa!

Chanukka-Kurzurlaub

Letzte Woche hatten die Kinder wegen Chanukka Ferien; der beste Ehemann von allen und ich haben gleichzeitig auch Urlaub genommen. Tochter fuhr 3 Tage mit Aharai weg, wir packten einen Koffer und das zweite Kind ins Auto und fuhren für die gleichen 3 Tage nach Eilat.

Untergebracht waren wir im Hotel Leonardo Royal Resort – ich habe die Halbpension sehr genossen. Alles ausser Hotel ist für mich nämlich nicht Urlaub, sondern Alltag unter erschwerten Bedingungen. Das Hotel ist auch architektonisch schön, und wir hatten sogar ein Zimmer mit Balkon.

Zu bemängeln gab es eigentlich nur die allzu wenigen Parkplätze und das Corona-Hygienekonzept – das war nämlich praktisch gar nicht vorhanden. In Eilat gibt es offenbar keine Pandemie: überall maskenlose Leute, auch im geschlossenen Raum des Hotels… o je!

Erholsam war es aber doch, sehr sogar. Vor allem, weil wir nur das machten, was der Israeli gemeinhin als „Beten-Gav“ bezeichnet. Wörtlich bedeutet das Bauch-Rücken, und es bezeichnet das Dolcefarniente, einfach das Nichtstun. Wir waren auf Eilats Tayelet, am Meer, im Swimmingpool und auf dem Balkon. Auch in einigen Einkaufszentren, allerdings, ohne dem unwiderstehlichen Drang des Durchschnittsisraelis nachzugeben und einzukaufen, als gäbe es kein morgen (in Eilat gibt es manches steuerfrei, und alle denken, man könne hier viel Geld sparen). Umso amüsanter war es dann, am Abreisetag die Familienväter zu beobachten, die Toaster, Mikrowellen und andere undefinierbare grössere Kartonschachteln im überfüllten Auto verstauen wollten. Tetris ist ein Kinderspiel dagegen.

Natürlich zündeten wir in der Hotellobby auch an beiden Abenden eine Chanukkia an – am zweiten Abend eine improvisierte, da unsere mitgebrachte wohl versehentlich von jemand anderem mitgenommen worden war.

Ach, und so ein bisschen touristisch waren wir dann doch: wir machten eine Fahrt im Glasbodenboot und besuchten das Naturreservat Hai Bar neben Yotvata. Und weil wir schon da waren, gönnten wir uns je ein berühmtes Yotvata-Eis.

Am Ende der drei Tage konnten wir daheim auch eine völlig verdreckte und übermüdete, aber glückliche Tochter in die Arme schliessen. Toll war’s, für alle.

Chanukka sameach!

Es ist wieder soweit: Gestern Abend leuchtete das erste Licht in unserer Chanukkia. Sie steht in der Vitrine, für alle gut sichtbar.

Mit den 8 Lichtern, von denen an Chanukka jeden Abend eins mehr angezündet wird, erinnern wir uns an das Lichtwunder im Tempel: Der Tempel war entweiht und wurde neu geweiht, doch für den Leuchter war nur noch Öl fuer einen einzigen Tag vorhanden. Die Zubereitung neuen Öls brauchte aber 8 Tage. Durch ein Wunder reichte der einzige verbliebene Krug für 8 Tage.

Meine Mama hat wie immer für jeden Abend eine kleine Überraschung vorbereitet, diesmal allerdings „with a little help from a friend“: Sie hat Geld geschickt, ich habe Kleinigkeiten (sprich: Süssigkeiten) gekauft und eingepackt. Gestern hatte jedes Kind ausserdem einen Batzen sowohl von Nunniti als auch von Aba bekommen – die Freude war gross.

So wünsche ich nun allen, die feiern, Chag Chanukka sameach!

Von lang zu kurz

Seit seiner Bar Mitzwa im Sommer 2020 hat mein Sohn seine Haare wachsen lassen. Er trug sie zuerst offen, dann, mit zunehmender Länge, zum Pferdeschwanz gebunden.

Doch in letzter Zeit war er immer wieder genervt: Mama, alle halten mich für ein Mädchen! Das erinnerte mich an meinen Bruder, der in seiner langhaarigen Phase in den Augen von Aussenstehenden zu meiner Schwester wurde. Mein Sohn entschloss sich, seine Haare zu schneiden.

Gestern waren wir beim Frisör unseres Vertrauens, der gleichzeitig ein Neffe des besten Ehemannes von allen ist.

Und hier ist das Resultat:

Den abgeschnittenen Pferdeschwanz habe ich als Andenken mit nach Hause genommen.