Ruhe. Vor dem Sturm?

Es ist (zu) ruhig hier, ich bekenne mich schuldig. Ich komme einfach nicht richtig zum Schreiben, und Ideen fliegen mir momentan grad auch nicht sehr zahlreich zu. Irgendwie hat mich der Alltag fest in den Klauen und lässt mir zu nichts anderem Zeit als Arbeit, ein wenig Haushalt (so das, was ich halt dann noch schaffe, wenn ich mal daheim bin) und Schlaf (chronisch zu wenig…).

Am Dienstag (17.9.2019) sind Wahlen, zum zweiten Mal diese Jahr. Rausgeworfenes Geld, wenn man mich fragt (bloss tut das keiner). Es gibt einen arbeitsfreien Tag für die meisten, und die, die trotzdem arbeiten müssen, kriegen den doppelten Lohn. Von den Kampagnen und den Wahlmitarbeitern ganz zu schweigen. Und was kommt am Ende heraus? Ich fürchte, das Resultat wird nicht viel anders ausfallen als letztes Mal. Und was bringt es? Keine Ahnung. Ruhe jedenfalls praktisch sicher nicht.

Ruhig ist es hier gerade ohnehin nicht. Letzte Woche hatten unsere beiden grösseren Nachbarstädte Alarm, echten, das Abwehrsystem holte die Raketen vom Himmel. Die Kinder schliefen mal wieder im Schutzraum, aber Schule fand am nächsten Tag normal statt. Business as usual. Am Grenzzaun wird „friedlich demonstriert“, auch business as usual. Im Radio hiess es, es könne noch vor den Wahlen zu einer Militäraktion kommen… das ist wahrscheinlich nur Säbelrasseln, aber man weiss ja nie.

 

Ich werde versuchen, mich hier wieder öfter und regelmässiger zu Wort zu melden. Das Schreiben fehlt mir nämlich. Und da bals das jüdische Neujahr stattfindet, sind gute Vorsätze ja gerade recht am Platz.

 

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Ausflugstipp: Burgruine Rötteln

Bilder sagen bekanntlich mehr als Worte, deshalb hier einige Fotos:

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Informationen über Anfahrt, Öffnungszeiten und Eintrittspreise gibt es hier.

Man kann auf beide Türme steigen. Die Aussicht ist atemberaubend.

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Und es gibt viele verzauberte Ecken.

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Ukulelenbaukurs -Tag 5

Heute wachte ich etwas gerädert auf, denn in meinen Träumen ging mit meiner Ukulele noch was schief und sie war am Ende unbrauchbar…

 

Zum Glück sieht die Realität anders aus.

 

Heute begannen wir mit dem Ensdpurt, denn Tag 5 ist zugleich auch der letzte Kurstag.

Wir schliffen und schmirgelten nochmals, was  das Zeug hielt. Ausserdem durften wir der Kopfplatte ihre endgültige Form geben und den Zettel gestalten, den jedes gute Instrument im Inneren trägt und der über Baujahr und Hersteller(in) Auskunft gibt.

Bei einigen Arbeiten waren wir auf die Ausführung durch Claudio Schär angewiesen, sonst wären wir unmöglich mit allem fertig geworden. Das Einschlagen der Bünde fiel zum Beispiel in diese Kategorie, ebenso das Abschleifen ebendieser Bünde und das Anbringen der kleinen Punkte seitlich am Griffbrett, die es dem Spieler/der Spielerin erleichtern, die richtige Lage zu treffen… und noch etliche weitere Arbeitsschritte, die mir jetzt partout nicht mehr einfallen wollen.

Die Ukulele wurde heute auch eingeölt, was die Holzmaserung so richtig zur Geltung bringt. Die Mechanik (also die Stimmwirbel) wurden angebracht, die Spannung stieg – und dann durften wir die erste Saite aufziehen.

Das Gefühl beim ersten Ton aus dem eigenen Instrument ist unbeschreiblich! Man ist voller Adrenalin, schwebt (mindestens) auf Wolke 7 und ist gleichzeitig irgendwie erschöpft.

Hier die letzten Arbeitsfotos:

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Ukulelenbaukurs – Tag 4

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Heute morgen wurden als erstes die „Mumien“ ausgepackt. Danach hiess es Kanten auf die Höhe der Decke/des Bodens herunterzufeilen und dann die ganze Oberfläche des Bodys mit Sandpapier immer feiner zu schleifen.

Anschliessend klebten wir den Hals an den Body – mit vorgängigem Löcherbohren und Dübelausmessen. Claudio Schär kontrollierte natürlich, ob sämtliche Winkel stimmen und ob alles so seine Richtigkeit hat.

Der nächste Schritt war das Einmessen des Steges. Das ist eine Wissenschaft für sich, denn wenn da etwas nicht stimmt, ist die Ukulele nicht viel wert. Hier entscheidet sich, ob im 12. Bund dann tatsächlich die Oktave des Saitentons erklingt oder ein Misston entsteht. Der abgemessene Platz des Stegs wurde mit Klebeband abgeklebt, denn auf dem Lack könnte man ihn nicht festleimen.

Dann durften wir die Decke mit Schellack lackieren. Das ist eine Arbeit, die – genau wie das Schleifen – viel Zeit in Anspruch nimmt und möglichst genau ausgeführt werden muss.

Und zum Schluss wurde der Steg festgeleimt, wiederum genau ausgemessen auf dem vorher dazu auserkorenen Platz.

Morgen ist schon der letzte Kurstag… bis zum Abend muss die Ukulele fertig werden! Claudio Schär ist zuversichtlich 🙂  , also bin ich es auch.

 

 

Ukulelenbaukurs – Tag 3

Heute war Tag 3 des Ukulelenbaukurses bei Schär Gitarren in Andeer (GR).

Gleich am Morgen klebten wir den Boden an unsere Ukulelen – nicht jedoch, ohne vorher ein ganz besonderes Foto zu schiessen:

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Die kleine Ukulele (Sopran) gehört mir, die grosse (Tenor) meiner Mit-Kursteilnehmerin P. Süsses Bild, nicht?

Da der Boden leicht gewölbt ist, ist er etwas schwieriger zu kleben als die Decke. Vorher mussten auch noch Aussparungen für die Verstärkungs-Querleisten in die seitlichen Verstärkungen gefräst werden. Das Geräusch, das dabei entsteht, erinnert stark an einen Zahnarztbesuch… Beim Kleben selbst half einmal mehr Teamarbeit.

Danach durfte ich mein Griffbrett auf die richtige Grösse zurechthobeln, wobei Späne entstanden, die uns sehr an Schokoladestreusel erinnerten.

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Ausserdem gestaltete ich den Abschluss des Griffbretts, der beim Schalloch zu liegen kommt. In meinen Augen ist er mir total gelungen, Bilder davon gibt es aber erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Als der Leim trocken war, durfte ich unten und oben die Zierleisten einfügen, die um die ganze Ukulele herumführen. Dabei war Claudio Schärs Hilfe mal wieder gefragt, denn für einen Nicht-Profi sind bei dieser Tätigkeit zwei Hände mindestens zwei zu wenig. Um diese Leisten so richtig fest und eng zu kleben, wirde die Ukulele wie eine Mumie in Klebeband verpackt.

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Zum Schluss des Tages wurde das Griffbrett dann noch auf den Hals geklebt und gut fixiert.

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Morgen geht es weiter – ich bin schon gespannt und freue mich auf den neuen Tag.

Ukulelenbaukurs – Tag 2

Heute war der zweite Tag meines Ukulelenbaukurses bei Schär Gitarren. Gleich am Morgen durften wir das Schalloch (ich bin von der alten Schule, deshalb nur zwei l, die neue Rechtschreibung gilt für mich nicht) ausfräsen. Jetzt sieht die Decke schon ganz ukulelenmässig aus.

Dann hiess es, die verschiedenen Verstärkungen innen festzukleben. Man glaubt gar nicht, was alles in so einem kleinen Instrument versteckt ist! Als der Leim getrocknet war, durften wir die Verstärkungen in die richtige Form hobeln – mit winzigen Hobeln, die man sich am liebsten in den Setzkasten oder in die Puppenstube stellen würde. Auch die Stechbeitel kamen zum Einsatz. Dicke und Form der Verstärkungen beeinflussen nämlich direkt den späteren Klang der Ukulele. Fachleute wie Kursleiter Claudio Schär können dies schon jetzt beurteilen und uns entsprechend Hinweise geben, wo noch mehr entfernt werden muss, damit es am Ende gut klingt.

Die Zargen (Aussenwände der Ukulele) wurden ebenfalls unten und oben verstärkt. Eine knifflige Aufgabe, die man mit nur zwei Händen nicht bewältigen kann. Zum Glück konnten die zweite Kursteilnehmerin P. und ich uns gegenseitig dabei helfen. Später wurden die Zargen dann mit Claudio Schärs Hilfe zusammengeklebt, wodurch die äussere Form der Ukulele deutlicher sichtbar wurde.

Ds Tüpfchen auf dem i kam jedoch am Ende des Tages: wir durften Decke und Zarge zusammenkleben! So ein toller Moment! Das Instrument wird zum ersten Mal auch für Laien dreidimensional vorstellbar.

Ich freue mich schon auf morgen!

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